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MEHR ALS WIRTSCHAFT| w.news 09.2020

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09.2020 | w.news Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: MEHR ALS WIRTSCHAFT • Advertorial B2B Themenmagazin: Ventil-, Mess- und Regalsysteme • Familienunternehmen • Region Tauber-Franken • Logistik und Spedition • Stellenanzeigen

Geld + Märkte jedoch

Geld + Märkte jedoch beachten, dass solche Bewertungen immer in erheblichem Maße von der Wirtschaftslage in Brasilien und Argentinien abhängen. Während Brasiliens Wirtschaft für 2020 wieder ein Wachstum erwartete, waren die Aussichten in Argentinien bereits gegen Ende des vergangenen Jahres aufgrund der prekären Finanzlage des Staates eingetrübt. Die Lage in Uruguay und Paraguay ist hierzu im Vergleich weniger ausschlaggebend, wenngleich beide Märkte auf sich aufmerksam machen konnten. Paraguay durch seine makroökonomische Resistenz, Kostenvorteile und interessanten Rahmenbedingungen für Investitionen. Uruguay hingegen gilt als die Schweiz Südamerikas und bietet in vielen Bereichen Stabilität sowie im Vergleich auch eine exzellente Infrastruktur. Dort wurde ein Wachstum um 2-3 Prozent erwartet. AHK Paraguay Tim Pieper, Geschäftsführer der Deutsch-Paraguayischen Industrie- und Handelskammer. Die EU und die Mercosur -Staaten haben sich im Juni 2019 auf ein Freihandelsabkommen geeinigt. Wie wird das Abkommen in Paraguay wahrgenommen und welche Chancen sehen Sie im Abkommen für das Land? Das Assoziierungsabkommen zwischen der Europäischen Union und dem Mercosur wurde zum Zeitpunkt der Verkündung in Paraguay als großer Erfolg und Aufbruch in eine erfolgreiche Zukunft gefeiert. Die Nachricht versprach neue Marktchanen für paraguayische Unternehmen und europäische Investments. Der Präsident der paraguayischen Zentralbank drückte die Bedeutung des Abkommens mit einem Anstieg des BIP um ein Prozent aus. Aus der Wirtschaft gab es viele lobende Worte, die der Regierung eine gute Arbeit in den Verhandlungen bescheinigten. Gleichzeitig bringt das Abkommen aber auch neue Herausforderungen für das Land und seine Unternehmen mit sich. Die Wirtschaft muss sich in einem neuen Wettbewerbsumfeld behaupten, mit steigenden Standards und Konsumentenansprüchen. Hierfür sind Investitionen in Effizienz und Technologien sowie die Umstellung und Optimierung von Prozessen notwendig. Das nötige Know-how hierfür kann aus Europa kommen. Wie schätzen Sie die Auswirkungen des Abkommens auf die Schlüsselsektoren Paraguays ein? Während von Europa aus insbesondere Maschinen, Technologie und chemische Erzeugnisse nach Paraguay exportiert werden, ist das Land in einigen Bereichen der Landwirtschaft unter den bedeutendsten Produzenten und Exporteuren weltweit. Hierzu zählen insbesondere Soja und Rindfleisch. Aber auch andere Agrarprodukte, wie Erdnüsse, Sesam und Chiasamen oder auch Maniokstärke und Biozucker können für den europäischen Markt interessant sein. Die Produzenten des Agrarsektors sehen in dem Abkommen eine große Chance, neue Absatzmärkte zu erschließen, wobei viele von ihnen bereits weltweit und auch in Europa aktiv sind. Dies hat im vergangenen Jahr auch die Beteiligung Paraguays als Partnerland der Lebensmittelleitmesse Anuga in Köln gezeigt. Gleichzeitig gibt es aber auch noch viel Potenzial zur Weiterentwicklung und Wertsteigerung der Lebensmittelproduktion im Land sowohl durch Automatisierungsund Verarbeitungsprozesse durch den Einsatz entsprechender Technologien als auch durch die Zertifizierung von ökologischer Landwirtschaft. Paraguay bietet hier noch viel Entwicklungspotenzial, welches hoffentlich durch ein Abkommen mit der EU gehoben und genutzt werden kann. Dann kam die Corona-Pandemie. Können Sie uns die Auswirkungen der Pandemie auf SEPTEMBER 2020 ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------ 24 ----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- www.heilbronn.ihk.de

die Wirtschaft Paraguays schildern? Als Agrarland konnte der wesentliche Wirtschaftsbereich auch während der Pandemie produzieren und weiterhin gefragte Erzeugnisse exportieren. Allerdings hängt die wirtschaftliche Dynamik damit immer auch vom Klima, den Weltmarktpreisen für Agrarrohstoffe und auch von der Entwicklung in Argentinien und Brasilien ab, den zwei wichtigsten Exportmärkten Paraguays. Die aktuelle Krise wird allen drei Volkswirtschaften gehörig zusetzen, wenngleich zumindest die Ausbreitung hier unter Kontrolle ist. Ende Juli zählt das Land rund 4.400 registrierte Fälle und 40 Tote. Bereits nach Bekanntwerden des zweiten Infektionsfalls von Covid-19 Mitte März wurde die Quarantäne ausgerufen, welche in den Folgemonaten schrittweise gelockert wurde, um verschiedene Wirtschaftsbereiche zu reaktivieren. Die paraguayische Regierung hat für ihr entschlossenes Handeln international viel Lob erhalten und konnte somit in dieser schwierigen Zeit positiv auf sich aufmerksam machen. Die Zentralbank erwartet für dieses Jahr eine negative BIP-Entwicklung von -2,5 Prozent, was im weltweiten Vergleich moderat ist. Ratingagenturen sind hier etwas pessimistischer, sagen jedoch für das kommende Jahr wieder Wachstumsraten um 5 Prozent voraus. Letztlich wird jedoch vieles wieder von den drei eingangs genannten Faktoren abhängen. Sind Chancen und Möglichkeiten in der Krise für die paraguayische Wirtschaft entstanden? Eine Krise kann - und sollte - in Chancen umgewandelt werden, da die Bewältigung neuer Herausforderungen immer auch einen Entwicklungsprozess anstößt. So hat die Digitalisierung einen großen Schub erfahren und auch das Thema der Transparenz, gerade im Umgang mit den bewilligten Maßnahmepaketen und öffentlichen Mitteln zur Bewältigung der Krise, ist medial in den Fokus gerückt. Dies sind zwei Bereichen, in denen es in Paraguay noch Entwicklungsbedarf gibt. Die Quarantäne hat es notwendig gemacht, dass sich auch Kleinunternehmer stärker mit dem Internethandel und der Vermarktung in sozialen Netzwerken auseinandersetzen. Damit steigt beispielsweise auch das Geschäft der Lieferdienste deutlich an. Mit entsprechender Kreativität sind somit einige Gewinner aus der Krise hervorgegangen. Gleichwohl muss man aber betonen, dass die Zahl der Verlierer deutlich überwiegt, da neue Vertriebswege bei abnehmender Kaufkraft und Nachfrage allein keine Lösung darstellen. Es ist jedoch ein Bewusstsein entstanden, dass es wichtig ist, die Wirtschaft weiter zu diversifizieren, die Transparenz zu stärken, soziale Sicherungssysteme auszubauen und die gesamtgesellschaftliche Resilienz zu erhöhen. Somit bleibt die Hoffnung, dass viele der neuen Erkenntnisse tatsächlich zu neuen Chancen und Möglichkeiten führen. Die AHK Paraguay ist seit 1956 als erfolgreicher Vertreter der Deutschen Wirtschaft in Asunción präsent. Welche Herausforderungen haben Sie jetzt für den Standort Paraguay? Als Kammer stehen wir vor den gleichen Herausforderungen wie andere AHKs weltweit. Da wir uns hauptsächlich über unsere Dienstleistungen, Veranstaltungen und Mitgliedschaften finanzieren, sind wir von der Pandemie stark betroffen. Geschäftsreisen finden derzeit nicht statt, Messen wurden verschoben und neue Mitglieder zu gewinnen ist in Zeiten von Budgetkürzungen ebenfalls schwierig. Gleichwohl ist gerade in Krisenzeiten der Einsatz der Kammer gefragt und man sollte dies als Chance begreifen, den Wert der Mitgliedschaft und des Netzwerkes herauszustellen. Mit rund 300 Mitgliedsunternehmen ist die AHK in Paraguay die größte binationale Unternehmervereinigung im Land und stellt damit eine wichtige Plattform dar. Zumindest virtuell konnten wir das Netzwerk durch verschiedene neue Formate stärken und unseren aktiven Mitgliedern Sichtbarkeit und neue wertvolle Kontakte verschaffen. Auch in der Region sind wir sehr eng zusammengerückt und haben gemeinsam eine virtuelle multisektorale Messe mit allen lateinamerikanischen AHKs, deren Mitgliedern und vielen deutschen Unternehmen organisiert. Die viertägige „Expo Alemania“ zählte mehr als 340 Aussteller und über 200.000 Besuche an vier Tagen. Somit haben wir erfolgreich die Herausforderung angenommen, unseren Beitrag zur Aktivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Lateinamerika zu leisten. INFO Mercosur ist die abgekürzte Bezeichnung für den „Gemeinsamen Markt Südamerikas“. Die spanische Bedeutung für die Abkürzung ist Mercado Común del Sur. KONTAKT Slim Derouiche Referent Außenwirtschaft Telefon 07131 9677-137 E-Mail slim.derouiche@ heilbronn.ihk.de www.heilbronn.ihk.de ---------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- 25 -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- SEPTEMBER 2020

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