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Holzwirtschaft | w.news 06.2016

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06.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Holzwirtschaft • Bildungsmessen • Advertorial B4B Themenmagazin

G E L D + M Ä R K T E

G E L D + M Ä R K T E Die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas rückt zunehmend in den Fokus der deutschen Außenwirtschaft. Die Nähe zu den USA, die positive Haltung gegenüber dem Freihandel und die gute Diversifizierung der Volkswirtschaft machen Mexiko zu einem attraktiven Standort für Handel und Investitionen. Von Mexiko in die ganze Welt Seit 1994 ist Mexiko Mitglied des nordamerikanischen Freihandelsbündnisses NAFTA. Der ungehinderte Warenund Dienstleistungsverkehr insbesondere mit den USA hat seitdem stark zugenommen und die Industrialisierung Mexikos vorangetrieben. Mexiko ist außerdem Gründungsmitglied der 2012 gegründeten Pazifik- Allianz. Durch die Mitgliedschaft in beiden Wirtschaftsbündnissen nimmt das Land eine Sonderrolle innerhalb des amerikanischen Kontinents ein. Wer in Mexiko fertigt, der kann mit fast allen großen Volkswirtschaften des Kontinents frei und ungehindert Handel betreiben. Im Jahr 2000 wurde zudem ein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union unterzeichnet. Seither haben beide Seiten die Zölle auf sämtliche Industrieund einige Landwirtschaftsprodukte abgeschafft. Mit der Transpazifischen Partnerschaft (TPP) nimmt Mexiko an einem weiteren Integrationsprozess im Welthandel aktiv teil. Das Abkommen ist seit Anfang Februar 2016 von den zwölf beteiligten Staaten unterzeichnet, die Ratifikation steht noch aus. Insgesamt können von Mexiko aus Industrieprodukte in 45 Staaten der Welt mit zusammen 1,1 Milliarden Einwohnern nahezu hindernisfrei exportiert werden. Trotz dieser Handelsabkommen sieht sich das Land unter Druck. Auch wegen des offenen nordamerikanischen Markts haben sich in Mexiko viele Unternehmen aus Deutschland und Europa angesiedelt, die sehr exportorientiert sind. Mit dem Inkrafttreten von TTIP fiele dieser Standortvorteil Mexikos gegenüber den nördlichen Nachbarn weg – Unternehmen hätten dann auch einen freien Marktzugang nach Europa, wenn sie in den USA direkt investieren. Um seine Vorreiterrolle weiter auszubauen, strebt Mexiko an, sein Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union noch vor der Unterzeichnung von TTIP zu erweitern und zu modernisieren. 2015 trafen sich deshalb Mexikos Wirtschaftsminister Guajardo und EU-Kommissarin Malmström in Brüssel. Sie sind sich einig darüber, dass neben der Einbeziehung weiterer Zolllinien insbesondere die Vereinheitlichung von Normen und Standards zum Abbau weiterer Handelshemmnisse beitragen kann. Öl und Gas: Modernisierung der Energiewirtschaft Mexiko ist als Gesamtwirtschaft von den niedrigen Ölpreisen nicht so stark betroffen wie andere Länder des Kontinents. Trotzdem steckt der gesamte Ölund Gassektor aktuell in einer tiefen Krise. Der staatliche Ölförderkonzern Pemex hat seit dem Höchststand von 2013 etwa 30.000 Arbeitsplätze abgebaut und jüngst angekündigt, das Unternehmensbudget für 2016 um 20 Prozent zu senken. Pemex ist der größte Arbeitgeber des Landes und beschäftigt aktuell immer noch über 120.000 Mitarbeiter. Als Staatskonzern gilt Pemex seit jeher als wenig effizient. In der aktuell schwierigen Situation liegt aber auch eine Chance: die begonnene Privatisierung des Ölsektors und des Energiesektors weiter voranzutreiben. Mexiko wird ein zunehmend inte - ressanter Standort auch für erneuer– bare Energien. Die Regierung versucht, von der einseitigen Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wegzukommen. Dabei können Technologielieferanten aus Deutschland eine führende Rolle spielen. Berufliche Bildung Durch den hohen Industrialisierungsgrad und die positive Wirtschaftsent- 36 w.news JUNI 2016

wicklung steigt der Bedarf an gut qualifizierten Fachkräften in Mexiko schnell an. Das Land sucht hier internationale Unterstützung und arbeitet mit vielen internationalen Partnern gut zusammen, um die Ausbildungssituation zu verbessern. Dabei spielt die duale Berufsbildung nach deutschem Vorbild eine wichtige Rolle. Die großen deutschen Unter - nehmen vor Ort, insbesondere aus der Automobilbranche, sind mit umfang - reichen Pilotprojekten aktiv. Auch die deutsche Auslandshandelskammer (AHK) in Mexiko ist bei diesem Thema besonders engagiert. Anlässlich des Besuchs von Mexikos Staatspräsident Enrique Peña Nieto haben der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), die AHK Mexiko und der mexikanische Dachverband CCE (Consejo Coordinador Empresarial) am 12. April 2016 in Berlin ein „Memorandum of Understanding“ zur Vertiefung der Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung unterzeichnet. Wachstumsbremsen: Bürokratie und Korruption Mexiko hat in den letzten Monaten nicht primär durch seine Wirtschaftsentwicklung Schlagzeilen gemacht, sondern durch seine Korruptionsskandale und die allgemein als kritisch eingestufte Sicherheitslage. Im Korruptionswahrnehmungsindex steht das Land gemeinsam mit Mali und den Philip - pinen lediglich auf Platz 95 der Welt. Die Kriminalitätsrate ist hoch. Hier hat das Land dringenden Handlungsbedarf, um für Investoren weiterhin interessant zu bleiben. Beim Thema Bürokratieabbau hat Mexiko sicherlich in den letzten Jahren einige Fortschritte gemacht, darf aber in seinen Anstrengungen nicht nachlassen. Deutsche Unternehmen beklagen sich nach wie vor über komplizierte und oft intransparente Verwaltungsvorgänge, beispielsweise bei öffentlichen Ausschreibungen. Schwierig bleibt die allgemeine Sicherheitslage. In manchen Regionen ist die Kriminalität sehr hoch. Das schlägt sich natürlich auch auf das Wirtschafts - klima nieder und bedeutet einen Standortnachteil zum Beispiel gegenüber dem Süden der USA. Auch hier gilt: Mexiko muss den Weg zu mehr institutioneller Stabilität auch im Interesse seiner Wirtschaftsentwicklung konsequent weitergehen. Wenn Mexiko es schafft, seine noch bestehenden Schwächen in den Griff zu bekommen, dann wird seine wirtschaftliche Bedeutung innerhalb des amerikanischen Kontinents noch weiter wachsen. Dann kommen die vielen Chancen, die das Land dank seiner guten Wirtschafts- und Industriepolitik bietet, noch viel stärker zum Tragen – auch für deutsche Unternehmen. (red) JUNI 2016 w.news 37

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