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Fair Trade | w.news 02.2016

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02.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Fair Trade • Berufskraftfahrer • Advertorial B4B Themenmagazin (bisher Verlagsjournal wirtschaftinform.de) • Schwäbisch-Hällisches Landschwein • Mohrenköpfle • Würth Elektronik eiSos

I H K + R E G I O N

I H K + R E G I O N Naturkork liegt im Trend. Von weltweit rund 18 Milliarden Flaschenverschlüssen für Wein, Sekt, Spirituosen oder hochwertige Öle und Essenzen sind rund zwölf Milliarden aus Kork, vier Milliarden sind Schraubverschlüsse und circa zwei Milliarden Verschlüsse aus Kunststoff. Für Rüdiger Bleckmann, geschäftsführender Gesellschafter der Heinrich Gültig Korkwarenfabrikation GmbH in Heilbronn, gibt es dafür vor allem zwei Gründe: „Kork genießt zum einen bei den Verbrauchern nach wie vor hohe Sympathie und gilt als Zeichen für ein Qualitätsprodukt. Zum anderen ist Kork aus ökologischer Sicht unschlagbar.“ Das 1953 von Heinrich Gültig gegründete Unternehmen gehört zu den marktführenden Korkherstellern in Deutschland und Europa. Jährlich werden über 200 Millionen Naturkorken und über 50 Millionen Schraubverschlüsse für den deutschen und europäischen Markt produziert. Über 50 Prozent gehen da bei in den Export nach Frankreich, Spanien, Italien, aber auch nach Ost-, Mittel- und Südosteuropa, seit 1998 auch in die Türkei. Speziell für den französischen Markt hat Gültig bereits 1970 eine Auslandstochter gegründet. Alleinlieferant bei Griffkorken Steigende Umsätze verzeichnet das Unternehmen bei qualitativ hochwertigen Naturkorken und bei Griffkorken für Öle, Essigessenzen oder Spirituosen wie Wodka, Liköre oder Weinbrände. „So sind wir seit 2013 Alleinlieferant für Asbach und haben im letzten Jahr auch den Zuschlag für die Verkorkung der Neuedition des Lufthansa-Cocktails bekommen“, erklärt Rüdiger Bleckmann. Griffkorken sind Einzelanfertigungen. Die Köpfe können aus Kunststoff, Holz, Glas oder Metall bestehen, der Körper aus reinem Naturkork, einem Natur kork - agglo me rat oder auch Kunststoff. ”Kork genießt bei den Ver - brauchern hohe Sym pathie und ist aus öko logischer Sicht unschlagbar. “ Rüdiger Bleckmann, geschäftsführender Gesellschafter der Heinrich Gültig Korkenfabrikation Mit pharmazeutischem Messverfahren ge - gen Korkgeschmack Dank Gültig ist das Thema Korkgeschmack in der Weinwelt eher ein Randthema. 1977 hat das Unternehmen den Schweizer Wissenschaftler Hans Tanner beauftragt, die Ursachen von Korkgeschmack wissenschaftlich zu untersuchen. Das Ergebnis: Verantwortlich für den Korkton ist 2,4,6-Trichloranisol (TCA), eine mikrobionelle Umwandlung von Chlormolekülen. Wie TCA in die Rinde der Korkeiche kommt oder nachträglich in den Korken, ist zwar noch immer nicht vollständig erforscht. Die häufigste Ursache ist aber wahrscheinlich chlorhaltiges Bleichmittel in der Korkverarbeitung. Gültig hat aufgrund der Ergebnisse von Tanner als erster Kork enhersteller 1986 die Chlorwaschung durch die Waschung mit Per oxid ersetzt. Mit diesem Verfahren wird TCA in Rindenstücken eliminiert und eine mögliche weitere Kontamination durch TCA weitgehend verhindert. Gültig hat damit einen weltweiten Standard gesetzt. Heute bestimmt Gültig die Menge und Intensität von TCA mittels „Festphasenmikroextraktion“ – einem Verfahren aus der pharmazeutischen Industrie. „Aus jeder Korkcharge werden Stichproben entnommen und nach diesem Verfahren geprüft. Der gemessene TCA-Wert darf dabei ein Nanogramm (10 -9 Gramm) pro Liter nicht über - schreiten. Erst dann geht die Partie in die Produktion“, erklärt der Firmeninhaber. Für Kunden mit hochpreisigen Weinen ab 30 Euro pro Flasche investiert Gültig in diesem Jahr „mehrfach sechstellig“ in ein Einzelprüfverfahren. „Nur vollständig sensorisch neutrale Korken bestehen diese Prüfung“, sagt Rüdiger Bleckmann. Viele Qualitätsstandards eingehalten Das Qualitätsmanagement-System von Gültig orientiert sich an mehreren Qualitätsstandards. So wurde Gültig 2004 als erster deutscher Korkenhersteller nach den HACCP-Richtlinien (Hazard Analysis and Critical Control Points) der Lebensmittel-Hygiene-Verordnung zertifiziert. Auch die Vorgaben des Systecodes werden eingehalten. Der Systecode ist das offizielle Prüfsiegel des Europäischen Korkverbandes. Besonders streng sind die Anforderungen für das Geisenheimer Prüfsiegel. „Nur noch zwei weitere Korkveredeler in Deutschland produzieren nach diesem Siegel“, so Bleckmann. Speziell für Russland ist Gültig nach GOST-R-Qualität zertifiziert und produziert nach russischem Hygienezertifikat. Seit 2010 erfüllt das Un - ternehmen bei Naturkorken der Marke „bioconcept“ auch die Anforderungen nach nachhaltigen Verschlüssen im Rahmen der FSC-Standards (Forest Steward - ship Council). Einkauf nach Portugal verlegt Die Qualität der Naturkorken sichert Gültig bereits im Ursprungsland. Über 90 Prozent der Rohkorken bezieht das Unternehmen aus Portugal, der Rest kommt aus Spanien. „Unseren Einkauf aus Portugal haben wir komplett ins Herkunftsland verlegt, nach Lourosa, 20 Kilometer südlich von Porto“, sagt Bleckmann. Einkaufsleiter Frank Roepke prüft mit seinem dreiköpfigen Team die Rohkorkfertigung in den Korkplanta- 8 w.news FEBRUAR 2016

© Müller H Laborleiterin Rosine Krämer beim Vermessen einer Sonderflasche, um die richtige Korkengöße zu ermitteln. gen vor Ort. Bevor die Korken für die Veredelung nach Heilbronn kommen werden sie getrocknet, geschliffen, gereinigt, desinfiziert und mehrfach sortiert, sowohl elektronisch mittels Video ka me - ra als auch manuell. Veredelt und weinsteril verpackt Nach der Wareneingangsprüfung im Heilbronner Labor werden die Rohkorken entstaubt und in großen „Waschtrommeln“ mit einem Fassungsver mö - gen von bis zu 50.000 Korken oberflächenbehandelt. Um die Gleitfähigkeit zu gewährleisten, werden die Korken mit einer Silikon-Paraffin-Mischung besprüht und anschließend zu je 1.000 Stück in Kunststoffbeuteln weinsteril verpackt. Beim Warenausgang erfolgen weitere Prüfungen. So werden unter anderem die Ziehkräfte getestet. „Korken dürfen nicht zu fest, aber auch nicht zu locker sitzen. Eine Ziehkraft zwischen 200 und 400 Newton (20 bis 40 Kilogramm) ist ideal“, erklärt Rüdiger Bleckmann. Für lange Schraubverschlüsse hat Gültig 2007 in einen kompletten Maschinenpark investiert. Je nach Kundenwunsch werden die von Closerlogic gelieferten Schraubverschlüsse mehrfarbig bedruckt, heiß foliert oder blind geprägt. Nachfolge gesichert Die über 40 Mitarbeiter sind voll beschäftigt, das Unternehmen ist ausgelastet. „Wir reagieren flexibel auf die Auftragseingänge und arbeiten bei Be - darf auch im Drei-Schicht-Betrieb“, sagt Bleckmann. Für den Familienbetrieb reichen die derzeitigen Kapazitäten auch in Spitzenzeiten aus. Erweiterungsmöglichkeiten gibt es nicht, allenfalls eine Aufstockung von Lager und Produktionshalle ist möglich. Nach dem Tod von Heinrich Gültig 1969 wurde der Betrieb von Günther Bleckmann übernommen. Dieser übergab die Geschäftsführung 1991 an seinen Sohn Rüdiger. Für die Nachfolge ist vorgesorgt. Von den vier Kindern von Rüdiger Bleckmann bereitet sich Sohn Konstantin derzeit auf seine berufliche Karriere vor. Er studiert Volkswirtschaft und Philosophie und ist heute schon in wichtige Unternehmensentscheidungen durch seinen Vater eingebunden. www.gueltig.de RTS Gebäude-Management GmbH Ihr Partner für Gebäude-Management Schwäbisch Hall 07 91 | 94 94 76 – 0 Crailsheim 07951 | 27 82 97 www.rts-gema.de RTS = mehr Zeit für Ihr Kerngeschäft Sammeln kann helfen ... Briefmarken schaffen in Bethel wertvolle Arbeitsplätze für behinderte Menschen. Bitte schicken Sie uns Ihre Briefmarken. Vielen Dank. Briefmarkenstelle Bethel Quellenhofweg 25 33617 Bielefeld www.briefmarken-fuer-bethel.de 255 FEBRUAR 2016 w.news 9

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