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Fair Trade | w.news 02.2016

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02.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Fair Trade • Berufskraftfahrer • Advertorial B4B Themenmagazin (bisher Verlagsjournal wirtschaftinform.de) • Schwäbisch-Hällisches Landschwein • Mohrenköpfle • Würth Elektronik eiSos

Fair

Fair ist nicht zwangsläufig bio Ein weiteres Problem ist, dass der Begriff „fair“ im Gegensatz zu „bio“ rechtlich nicht geschützt ist. Erinnert man sich aber rund 30 Jahre zurück, war das Thema „ökologischer Landbau“ eben falls neu und noch nicht so gängig. Es gab noch keine Vorschriften, Rege lungen, oder EU-Standards und das Bewusstsein für diese Problematik war noch lange nicht so verbreitet. Kaum jemand hätte sich damals vorstellen können, dass es einmal große Supermärkte nur mit Bio-Produkten geben würde, was heute nahezu selbstverständlich ist. Mit dem Thema fairer Handel könnte es sich ähnlich verhalten. Dann wäre dieser Trend gerade erst am Anfang und gerade dabei sich zu verbreiten. Pioniere säen den Gedanken So haben sich in der Region Heilbronn-Franken vor vier Jahren motivierte Bürger dazu entschieden, das Bewusstsein der regionalen Öffentlichkeit für das Thema fairer Handel stärker zu sensibilisieren. Engagierte Bürger der Gemeinde Flein haben im Gemeinderat die Idee eingebracht, eine so genannte „Fairtrade-Town“ zu werden, eine Stadt beziehungsweise Gemeinde mit einem Sozialsiegel, das durch Transfair e.V. nach standardisierten Regeln und Prüfungen vergeben wird, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Susanne Katz ist Verwaltungsbeamtin der Gemeinde Flein und noch immer Mitglied in einer der ersten Steuerungsgruppen der Region. Sie erzählt: „Flein war die erste sogenannte ‚Fairtrade Town‘ in der Region, die diese Idee mit großem Engagement aus der Bürgerschaft umgesetzt hat. Einige der Initiatoren waren schon Jahre zuvor im Weltladen aktiv, wollten den Gedanken weiterverbreiten und ein tieferes Bewusstsein für diese Problematik schaffen.“ Ganzheitlicher Ansatz Nach Angaben von Transfair e.V. gab es deutschlandweit bereits im letzten Jahr 389 Städte, die wie Flein als Fair - trade Town gelistet waren. Das sind rund 20.000 Bäckereien, Cafés oder Kantinen, die fairen Kaffee oder andere Produkte anbieten. Jede Stadt oder Gemeinde hat dann bereits eine gesicherte Anzahl von Gastronomie- und Einzelhandelsbetrieben, die gesiegelte Produkte aus fairem Handel anbieten oder verwenden. Es geht dabei aber nicht nur um die Verwendung und den Verkauf: Um das Siegel zu erhalten, müssen in öffentlichen Einrichtungen, wie Schulen oder Kirchen, auch Aufklärungs- und Bildungsaktivitäten sowie Aktionen zum fairen Handel durchgeführt werden, um die Öffentlichkeit langfristig für das Thema zu sensibilisieren. Der Weg zum Titel Schon jetzt ist für viele Menschen wichtig zu wissen, wo die gekauften Produkte herkommen und unter welchen Bedingungen die Rohstoffe dafür gewonnen werden. Diese Ansicht vertritt auch Volker Schoch, der in Untereisesheim Mitglied im Gemeinderat und ebenfalls in der dortigen Steuerungsgruppe tätig ist. Denn seit Oktober 2015 arbeitet auch die Gemeinde Untereisesheim daran, den Kriterienkatalog zu er- Home Office Arbeiten in vertrauter Umgebung – USM Möbelbausysteme verbinden Welten. Fr. Breuninger GmbH, Hauptstraße 34, 74653 Künzelsau Tel: 0 79 40 / 91 82 - 0, info@breuninger24.de, www.breuninger24.de www.usm.com 18 w.news FEBRUAR 2016

T I T E L © Transfair e.V. / Santiago Engelhardt füllen, um Fairtrade Town zu werden. „Immer mehr Bürger werden für dieses Thema empfänglich und wollen daran mitwirken, ein Zeichen zu setzen: Für eine gerechte Gestaltung des globalen Welthandels und gegen Armut. 2014 hat mich Mirjam Sommer, eine Bekannte aus dem Ort im Hofladen angesprochen und auf das Thema aufmerksam gemacht. Im Zuge ihrer Recherchen für ein Schulreferat war sie auf die Kampagne von Transfair e.V. gestoßen und war davon überzeugt, dass dies etwas für die Gemeinde Untereisesheim sein könnte. Manchmal braucht man eben einen kleinen Anstoß von Außen, um etwas in Bewegung zu bringen“, erklärt Volker Schoch, der das Thema daraufhin im Gemeinderat vorgeschlagen hatte. Ein Jahr später, am 27. Oktober 2015 gab es dann auch den Beschluss in der Gemeinderatssitzung: Untereisesheim sollte Fairtrade Town werden. Ein nicht endender Prozess Volker Schoch erkennt zwar, dass die Zertifizierung noch ein ganzes Stück Arbeit bedeutet, bis der Titel im Sommer vergeben werden kann, ist aber auch der Ansicht, dass dieses Thema in Deutschland immer mehr Aufmerksamkeit erlangt. In der Steuerungsgruppe werden daher regelmäßig Möglichkeiten besprochen, wie sich Aktionen und Maßnahmen schnell umsetzen lassen. Volker Schoch betont: „Der Titel Fair - trade Town soll dabei nur ein Etappenziel sein. Wir wollen das nicht nur als Aushängeschild, das wir uns dann ans Rathaus schrauben und das war’s: Fairen Handel nachhaltig zu etablieren ist ein Prozess, der so schnell nicht enden darf. Das Thema soll weiterhin in das Stadtmarketing integriert werden und wir wollen viele Betriebe gewinnen, die mitmachen.“ Dazu gehöre auch, auf Inhaber und Geschäftsführer verschiedener Betriebe zuzugehen, im besten Fall persönlich und im Gespräch. „Das Thema ist so vielseitig, da kann ich nicht sagen – hier schaut euch mal die Internetseite an und kümmert euch darum, wenn ihr mitmachen wollt. Da sollte es jemanden geben, der informiert und auf die Akteure zugeht um aufzuzeigen, wie sich Betriebe konkret engagieren können.“ Steigende Nachfrage Engagement in der Armutsbekämpfung durch fair gehandelte Rohstoffe könnte also zunehmend an Bedeutung gewinnen: Die Nachfrage nach fair gehandelten Produkten steigt und das nicht nur im Gastronomie-Bereich, bei Lebensmitteleinzelhändlern, Floristen oder Bäckereifilialen. Auch bei Elek - troartikeln wurde ein verändertes Verbraucherverhalten festgestellt, sodass Anfang 2014 ein niederländisches Startup-Unternehmen erstmals erfolgreich rund 25.000 „Fairphones“ verkaufte – trotz Vorbestellung und langer Lieferund damit verbundener Wartezeit. Handgemachtes, Unikate und eine offene Kommunikation sowie Transparenz im Herstellungsprozess bilden inzwischen Alleinstellungsmerkmale, die insbesondere junge Konsumenten ansprechen. Das bestätigt auch das Zukunftsinstitut in Frankfurt am Main in seiner 2013, von Fair Trade & Friends von der Westfalenhallen Dortmund GmbH in Auftrag gegebene Studie. Grund für diese Entwicklung sei der Megatrend „Neo- Ökologie“, unter den auch das Thema Bio oder auch Upcycling (siehe w.news Februar 2015) fallen. Sinnvoller Konsum und persönliche Zufriedenheit seien wichtige Faktoren beim Einkauf und beim Konsumieren – in einer Zeit, in der sich ein großer Teil der Konsumenten relativ viel leisten kann. Auch entwickeln sich seit Jahren die Umsätze von fair gehandelten Produkten positiv: Das Forum Fairer Handel gibt für das Jahr 2014 ein Wachstum von 31 Prozent an, dabei macht das bekannte Fairtrade-Siegel mit 797 Millionen Euro den größten Anteil aus. Obwohl Deutschland mit insgesamt 1,027 Milliarden Euro Umsatz 2014 weit hinter den Schweizer Konsumenten liegt, die im selben Jahr viermal so viel für Fair trade-Produkte ausgegeben haben, ist zu vermuten, dass auch hierzulande das Thema fairer Handel in Zukunft noch stärker in das Bewusstsein der Konsumenten und damit auch der Hersteller dringen wird. Vielleicht wundert sich schon in 30 Jahren niemand mehr über Supermarktketten, die ausschließlich fair gehandelte Produkte führen. konzipieren, umsetzen, betreuen Wirtschaftlich planen und nachhaltig bauen für eine funktionale und flexible Gebäudenutzung. SCHLOSSER® Industriestraße 17-23 73489 Jagstzell Tel. +49 7967 90 90 - 0 www.schlosser-projekt.de

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