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Fair Trade | w.news 02.2016

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02.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Fair Trade • Berufskraftfahrer • Advertorial B4B Themenmagazin (bisher Verlagsjournal wirtschaftinform.de) • Schwäbisch-Hällisches Landschwein • Mohrenköpfle • Würth Elektronik eiSos

T I T E L Die Verlierer

T I T E L Die Verlierer derart ungebrems - ten Wachstums und der ungerechten Verteilung der Wertschöpfung und Güter sind da - bei oft die Kleinbauern und indigenen Völker. Ein Bauer in den Karpaten bekommt derzeit 16 Cent für einen Liter Milch, ein Bauer in Indien 8 Cent und ein Bauer in unserer Heimat 24 Cent. Dies zeigt wie sehr die länd - liche Bevölkerung an den Rand der Gesellschaft gedrängt wurde. Unter anderem liegt das auch mit daran, dass sie aus ihrem ethischen und sozialen Werteverständnis heraus nicht gewohnt ist, in Ellbogen-Manier nach dem persönlichen Vorteil und wirtschaftlichen Erfolg zu streben. Fairer Anteil an der Wertschöpfung Stattdessen ist es für diese Lebensgemeinschaften noch immer wichtig, sich gegenseitig zu helfen und zu unterstützen und als Gemeinschaft solidarisch zu wirtschaften. Das bedeutet: gleichberechtigte Teilnahme an der Kapitalisierung volkswirtschaftlicher Res sour cen, diese als „social commons“ das heißt als Gemeingut zu verstehen und alle wirtschaftlichen Aktivitäten an dieser Maxime auszurichten. Wenn wir also von „Fair Trade“ reden, verstehen wir darunter, dass es unser Gebot sein muss, den wirtschaftlich benachteiligten Völkern und Gruppen dieser Erde einen fairen Anteil an der Wertschöpfung ihrer Produkte zukommen zu lassen. Fair Trade vor der Haustüre Doch dies gilt nicht nur im internationalen Wettbewerb. Auch innerhalb der nationalen Wertschöpfungskette sind zahlreiche Diskrepanzen auszumachen. Sollen landwirtschaftliche Betriebe in unserer Heimat eine Zukunft haben, so müssen wir bereit sein, unseren heimischen Bauern den gerechten Anteil an ihren Erzeugnissen zukommen zu lassen. Die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH) hat sich dies zum Ziel gesetzt. Vor 28 Jahren als bäuerliche Selbsthilfeorganisation gegründet, umfasst sie heute 1.400 Bauernhöfe in der Region Hohenlohe. Hier wird solidarisches Wirtschaften ganz in bäuerlicher Tradition gelebt. Jeder Mitgliedsbetrieb, gleich ob klein oder groß, partizipiert in gleichem Maße am wirtschaftlichen Ertrag durch garantierte faire Preise. Zum Beispiel äußert sich dies bei der Erzeugung der „Mohrenköpfle“ Ferkel vom Schwäbisch Hällischen Landschwein: Während der EU-weite Dumpingpreis für Ferkel seit Jahren bei 30 Euro liegt, erhalten die Erzeuger von Hällischen Ferkeln im Durchschnitt 52 Euro, für Bio-Ferkel 120 Euro. Hieraus errechnet sich für einen durchschnittlichen hällischen Sauenbetrieb mit 100 Sauen und 2.000 Ferkeln Jahresproduktion ein jährliches Mehreinkommen von gut 44.000 Euro. Damit haben Hohenloher Bauernhöfe eine Zukunft, durch solidarisches Wirtschaften und faire Preise. Hoffnung auf eine bessere Zukunft Gleiches gilt für den internationalen Austausch der Waren und Güter. Mit Projekten unter dem Leitbild „Seeds of hope“ (Saaten der Hoffnung) wurden in den letzten 15 Jahren ökologische Gewürzprojekte nach dem Prinzip des solidarischen Wirtschaftens und fairen Handels mit Kleinbauern und indigenen Völkern in Südindien, Sansibar und Serbien aufgebaut. Die so angebauten Gewürze kommen auf direktem Wege auf den Sonnenhof nach Wolpertshausen, wo sie in der Sonnenhof-Manufaktur verarbeitet und anschließend vermarktet werden. Die beteiligten Projektbauern erhalten 50-100 Prozent über dem Weltmarktpreis liegende Auszahlungspreise und haben damit in ihrer angestammten Heimat ein Auskommen und Hoffnung auf eine bessere Zukunft. Ein Video zu den „Seeds of hope“- Projekten gibt es im Internet unter: www.vimeo.com/127503824 Gewürzernte auf den südindischen Feldern. © besh/Bühler DER AUTOR Rudolf Bühler, 63, war lange Jahre in der Entwicklungshilfe in Afrika, Arabien und Asien tätig, bevor er vor gut 30 Jahren den Dienst auf dem Sonnenhof seiner Vorfahren in Wolpertshausen antrat. Fortan widmete er sich der ländlichen Regionalentwicklung in seiner Heimat Hohenlohe, woraus die Bäuerliche Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall mit heute über 1.400 Bauernhöfen in Hohenlohe entstanden ist, mit Projekten zur Rettung des Schwäbisch Hällischen Landschweins, des Boeuf de Hohenlohe und der Verbreitung des ökologischen Landbaus. Neu hinzu kamen unter anderem sowohl die Rettung der Dorfkäserei Geifertshofen, der Regionalmarkt Hohen lohe als auch das Schloss Kirchberg für die Einrichtung einer ökologischen Akademie und Hochschule. Ferner engagiert sich Rudolf Bühler seit 15 Jahren in der Entwicklungshilfe mit Projekten für indigene Völker und Kleinbauern in Afrika, Serbien und Indien. 16 w.news FEBRUAR 2016

T I T E L FAIREN HANDEL IN DAS BEWUSSTSEIN RÜCKEN Vor rund 30 Jahren gab es noch keinen Supermarkt, der fast ausschließlich Produkte aus kontrolliert ökologischem Anbau anbot. Heute aber ist zertifizierte Bio-Ware nahezu selbstverständlich und gesunde Ernährung „in“. Inzwischen gibt es einen weiteren Trend, dem viele Konsumenten, Betriebe, Produzenten und sogar Kommunen folgen: Fair Trade. VO N K AT H A R I N A M Ü L L E R Ein Thema das immer mehr in die Köpfe der Menschen dringt: Faire Preise für alle Beteiligten in einer Produktionskette. Warengebrauch und Lebensmittelgenuss, der nicht auf Kosten von Bauern aus der dritten Welt geht. Das Ziel von fair gehandelten Produkten soll daher sein, die Situation von Menschen in Entwicklungsländern positiv zu verändern. Dabei geht es um die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, der Gesundheitsversorgung sowie eine gerechtere Entlohnung. Globaler Armut wirksam zu begegnen ist jedoch eine enor me Herausforderung und nicht leicht umzusetzen. Auf faire Bedingungen zu achten erfordert jede Menge Wille und Wissen. Verbraucher haben es hier ebenso schwer, wie so manches Unternehmen, das im großen Stil fair gehandelte Produkte einkaufen will. Es gibt verschiedene Organisationen, mit Zertifikaten und Siegeln, die sich des Vorhabens angenommen haben, einen Beitrag zu leisten, damit Arbeiter auf Kaffee-, Tee-, Kakao- oder Bananenplantagen angemessen bezahlt werden. Lebensbedingungen verbessern Mit Fair-Trade-Siegeln wird deutlich gemacht, dass die soziale und wirtschaftliche Situation von Menschen in Entwicklungsländern durch dieses Produkt ein Stück verbessert werden soll. Oftmals fehlen aber festgelegte Mindeststandards, was auch Medien oder die Verbraucherschutzzentrale in Hamburg kritisieren. Ebenfalls in der Kritik: hohe Zertifizierungskosten, Intransparenz oder Unübersichtlichkeit bei der Anzahl an Siegeln sowie nicht deutlich gekennzeichnete und damit nachvollziehbare Prozentangaben, wie groß der Anteil des fairen Handels am Produkt ist. Allerdings bleibt bei all dieser Kritik die Frage nach sinnvollen Alternativen oftmals unbeantwortet. Ein Beispiel in die sem Zusammenhang ist die Regelung einer der bekanntesten Organisationen namens Transfair e.V., die Mischprodukten wie Eis oder Schokolade das eigens entwickelte Siegel „Fair trade“ vergibt, obwohl zum Beispiel nur 20 Prozent davon tatsächlich „fair“ gehandelt wurden. Dabei bleibt allerdings auch oft unerwähnt, dass es anders als beispielsweise bei Bananen, Reis, Blumen oder Zucker nicht jede Zutat als 100 Prozent fair gehandelten Rohstoff gibt. ▼ FEBRUAR 2016 w.news 17

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