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Digitalisierung | w.news 05.2016

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05.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Digitalisierung • Kind + Beruf • Advertorial B4B Themenmagazin

G E L D + M Ä R K T E

G E L D + M Ä R K T E BREXIT ODER NICHT BREXIT? Für deutsche Unternehmen ist Großbritannien der drittwichtigste Auslandsmarkt. Nur Kunden in den USA und Frankreich nehmen derzeit mehr deutsche Exporte ab. In 2015 lieferten deutsche Unternehmen Waren im Wert von 89,3 Milliarden Euro auf die Insel, ein erneutes Plus von 12,8 Prozent. Seit dem Ende der Finanzkrise 2010 erhöhten sich die deutschen Lieferungen nach Großbritannien damit um insgesamt 67 Prozent. Matthias Kruse, Geschäftsführer International der IHK Rhein-Neckar, im Gespräch mit Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer, zu den möglichen Folgen eines Brexits und zu Empfehlungen, wie sich deutsche Unternehmen in ihrem Großbritannien- Geschäft aktuell und nach einem möglichen Brexit verhalten sollten. Wie wirkt sich die für den 23. Juni angesetzte Abstimmung auf das aktuelle Orderverhalten britischer Unternehmen aus? Auf das Orderverhalten britischer Unternehmen sehen wir derzeit noch keine Auswirkungen, wohl aber bei Inves - titionsentscheidungen und -planungen von global operierenden Unternehmen. Diese nehmen derzeit eher eine abwartende Haltung ein. Wie stark würde das Pfund im Falle eines EU-Ausstiegs Großbritanniens an Wert gegenüber dem Euro verlieren? Oder ist ein möglicher Ausstieg schon in der Pfundabwertung der letzten Monate von rund zehn Prozent weitestgehend „eingepreist“? Die zukünftige Wechselkursentwicklung zum Euro wage ich nicht vorher - zusagen, da auch der Euro eine Vielzahl von Risiken birgt. Was man sicher sagen kann, ist, dass die Volatilität des Wechselkurses ansteigen wird und Unternehmen deshalb dies in ihrer Finanzplanung berücksichtigen sollten. 36 w.news MAI 2016 ”Eine ,blauäugige‘ Wahrnehmung der Realität birgt große Risiken für das “ Land. Dr. Ulrich Hoppe, Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer Welche Risiken birgt ein Brexit für Kaufund Dienstleistungsverträge? Im Falle eines Brexits wird es in Bezug auf den Warenverkehr sicherlich schnell zu einem, wie auch immer gearteten, Freihandelsabkommen mit der EU kommen. Aus diesem Grund liegen die Hauptrisiken vorwiegend im Dienstleistungsverkehr und bei längerfristig laufenden Verträgen, da sich unter Umständen Standards und regulatorische Anforderungen auseinander entwickeln werden. Welche unmittelbaren Auswirkungen hätte ein Brexit auf die Personenfreizügigkeit und damit auf das Erbringen von Dienstleistungen deutscher Unternehmen in Großbritannien? Das hängt davon ab, wie Großbritannien die Personenfreizügigkeit dann handhaben wird. Sollte diese eingeschränkt werden oder mit größerem Verwaltungsaufwand verbunden sein, werden manche Unternehmen sich möglicherweise zumindest teilweise vom britischen Markt zurückziehen. Für global operierende Unternehmen ist das Thema Arbeitnehmerfreizügigkeit von herausragender Bedeutung, da sie häufig zeitnah Expertenteams für Projekte an unterschiedlichen Standorten zusammenrufen müssen. Wie sieht dies mittelfristig aus? Plant Großbritannien nach einem EU-Austritt dem EFTA-Raum beizutreten und ähnlich wie die Schweiz bilaterale Abkommen mit der EU abzuschließen? Welche Auswirkungen hätte dies auf das Erbringen von Dienstleistungen für deutsche Anbieter? Wie sich das Verhältnis Großbritanniens zu den anderen europäischen Ländern nach einem möglichen EU-Austritt gestalten wird, ist derzeit nicht vorher-

sehbar, da die Austrittsbefürworter bisher keine klare Strategie haben. Sie versprechen nur, dass alles „besser“ und Großbritannien dann endlich frei sein wird, sein Glück in der Welt zu suchen. Diese eher „blauäugige“ Wahrnehmung der Realität birgt große Risiken für das Land, denn einen Status wie Norwegen oder die Schweiz wird Großbritannien nicht anstreben können, denn beide Länder müssen ohne große Mitsprache zum EU-Haushalt finanziell beitragen und Regularien, Verordnungen etc. häufig übernehmen (zum Beispiel die Arbeitnehmerfreizügigkeit, ein Hauptkritikpunkt an der EU in den Augen der Austrittsbefürworter). Diese Modelle wären für die Brexit-Befürworter sogar eine Verschlechterung gegenüber des bisher für sie schon unakzeptablen Zustands und sind deswegen keine Option. Welche Empfehlungen geben Sie zum Minimieren dieser Risiken deutschen Lieferanten und Dienstleistungserbringern, die aktuell Kauf- und Dienstleistungsverträge mit in Großbritannien ansässigen Kunden eingehen wollen? Derzeit geben wir keine generellen diesbezüglichen Empfehlungen ab, da dieses eher vom Einzelfall abhängt. Wir erwarten, dass selbst wenn es zu einem Brexit kommt, der britische Gesetzgeber keine erratischen Entscheidungen, beispielsweise in Bezug auf regulatorische Anforderungen, treffen wird. Hinsichtlich der Durchführung und Erfüllung von Verträgen im Falle sich ändernder Rahmenbedingungen wird deshalb auf dem Verhandlungswege immer eine Lösung gefunden werden können. Welche Auswirkungen hätte ein Brexit auf die britische Wirtschaft? Wird das Königreich dauerhaft an wirtschaftlichem Schwung verlieren und britische Kunden weniger Waren aus dem Ausland und damit auch von deutschen Lieferanten nachfragen? Deutsche Waren genießen einen sehr guten Ruf in Großbritannien und die Nachfrage nach diesen wird sich deshalb wahrscheinlich nicht verringern. Dauerhaft wird die britische Wirtschaft aber durchaus etwas an Schwung verlieren – viele Experten rechnen über die nächsten zehn Jahre mit einem dann um zwei bis drei Prozentpunkte geringerem Bruttoinlandprodukt. Ich glaube aber, dass insgesamt die negativen Auswirkungen langfristig noch größer sein werden, da Großbritannien, wie auch die EU, an Einfluss in der Welt durch einen Brexit verlieren werden und dieses Vakuum unter Umständen von anderen, die nicht unsere Werte von Rechtsstaat und Demokratie teilen, gefüllt wird. Dies hätte langfristig erhebliche negative Auswirkungen auf den Fortschritt der Globalisierung, welche rund um den Globus in den letzten Jahrzehnten zu Wachstum und Wohlstand erheblich beigetragen hat. Wie realistisch wäre eine Loslösung Schottlands vom Königreich im Falle eines Brexits? Welche Auswirkungen hätte die Diskussion über ein unabhängiges Schottland auf die künftige Wirtschaftsentwicklung Großbritanniens? Sollten sich die schottischen Wähler im EU-Referendum für einen Verbleib in der EU äußern, aber aufgrund des Ergeb - nis ses im Rest des Vereinigten Königreiches überstimmt werden, ist zu erwarten, dass es in Schottland bald zu einer erneuten Volksabstimmung über die Unabhängigkeit kommt. Den Ausgang eines solchen Referendums mag ich nicht vorhersagen. Sollte es aber zu einem Zerfall des Vereinigten Königreichs kommen, ist aufgrund der daraus entstehenden politischen Verwerfungen mit einer längeren Phase politischer und wirtschaftlicher Unsicherheit zu rechnen. ZUR PERSON Dr. Ulrich Hoppe ist Hauptgeschäftsführer der Deutsch-Britischen Industrie- und Handelskammer in London. Die AHK Großbritannien steht im ständigen Kontakt zu ihren 750 Mitgliedsunternehmen und hilft jährlich über 5.000 deutschen Unternehmen im UK-Geschäft. KONTAKT Dr. Ulrich Hoppe Telefon +44(0)20 79764100 E-Mail mail@ahk-london.co.uk Wer baut mir ein Haus ? kostenlose Broschüre anfordern unter www.lbv.de/nistkasten Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.

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