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Digitalisierung | w.news 05.2016

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05.2016 | Wirtschaftsmagazin der IHK Heilbronn-Franken. Themen: • Digitalisierung • Kind + Beruf • Advertorial B4B Themenmagazin

T I T E L MOBILE PAYMENT

T I T E L MOBILE PAYMENT – BEZAHLEN 4.0 Die Welt wandelt sich zunehmend von einer analogen zu einer digitalen. Ob Shopping, Socialising, Navigation und Berufs- oder Partnersuche – allen Bereichen ist gemeinsam, dass dafür die Nutzung von Mobile Devices wie Notebook, Tablet oder Mobil - telefon selbstverständlich geworden ist. VO N L U DW I G H I E R L U N D S T E FA N M O S I G Umso überraschender ist es, dass in Deutschland am stationären Point of Sale (POS) mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent nach wie vor überwiegend mit Bargeld bezahlt wird. Das Bezahlen mit einem mobilen Endgerät ist mit einem Anteil von gerundet 0,0 Prozent de facto weiterhin bedeutungslos. Im Zeitverlauf haben es weder die Bezahlvarianten der zweiten Generation (Schecks), noch der dritten Generation (Girocards, Kreditkarten) geschafft, das Bargeld in seiner führenden Bedeutung abzulösen. Auch „Mobile Payment“ als Zahlungsmittel der vierten Generation kann bereits auf eine mehr als zehnjährige Geschichte zurückblicken. Eine signifikante Marktetablierung gelang bislang allerdings nicht. Ursachenanalyse für das bisherige Scheitern Die Anforderungen an eine mobile Bezahllösung am POS erscheinen naheliegend: Aus Sicht der Verbraucher sollte die Anwendung unter anderem möglichst einfach, schnell und sicher sowie flächendeckend einsetzbar sein. Aus Sicht der stationären Händler stehen neben einer möglichst geringen Transaktionszeit für den Bezahlvorgang und dem Schutz von sensiblen Kundendaten, eine Garantie des Geldeingangs sowie eine geringe Transaktionsgebühr im Vordergrund. Die bisherigen „Mobile-Payment“-Lösungen haben diese Anforderungen entweder unterschätzt oder waren nicht im Stande, diese zu erfüllen. Die Anwendungen waren vielfach zu komplex, zu teuer (in Bezug auf Transaktionsgebühren und erforderliche Investitionen), zu langsam, zu wenig bekannt, schlecht operabel, nur an wenigen Akzeptanzstellen einsetzbar oder mit zu wenigen Nutzungsanreizen ausgestattet. Auch Sicherheitsbedenken konnten nicht ausreichend entkräftet werden. Chancen einer erfolgreichen Umsetzung für Handel und Verbraucher In der kommenden Dekade werden viele Offline-Anbieter wohl in zunehmendem, aber keinesfalls vollständigem Ausmaß von Amazon & Co. aus dem Markt gedrängt werden. Insbesondere Händler, die sich Innovationen verweigern, werden zur Schließung gezwungen sein. Es werden diejenigen POS-Standorte überleben, denen es gelingt, dem Kunden einen Erlebnismehrwert zu verschaffen. Eine erfolgreiche Etablierung von Mobile Payment in Verbindung mit einer umfassenden Mobilitätsstrategie bietet für stationäre Händler daher die Chance auf ein erfolgreiches Fortbestehen in diesem Wettbewerbsumfeld. Mobile Endgeräte wie zum Beispiel Smartphones eröffnen aufgrund des Displays (darüber verfügen weder Girocards noch Kreditkarten) neue Chancen zur Interaktion mit Kunden und damit zur Steigerung der Kaufbereitschaft. Neben kundenindividuellen Kommunikationsmaßnahmen (beispielsweise Hinweise auf Sonderartikel für die anstehende Gartenund Grillsaison) können den Kunden Mehrwerte in Form von Rabatten und Gutscheinen, analysierbaren digitalen Kassenzetteln zur Haushaltsbudgetkontrolle oder Indoor-Maps zur besseren Orientierung und zum Finden einzelner Artikel angeboten werden. Auch Informationen über Produkte und deren Inhaltsstoffe sowie die Auswahl und Bestellung von Produkten von Zuhause beziehungsweise von unterwegs sind möglich. Anstelle einer Ablösung des Offline- durch den Online-Handel ergäbe sich damit eine Symbiose, die nicht nur den POS- Fortbestand sichern, sondern Amazon längerfristig sogar gefährden könnte. 28 w.news MAI 2016

Zentrale Risiken und Umsetzungshemmnisse Ein wesentliches Element der Umsetzung bilden die technischen Grundlagen sowie Sicherheitsstandards. Derzeit ist weder absehbar, welcher der möglichen Transaktionswege (Favoriten sind die NFCsowie die QR-Technologie) sich durchsetzen wird, noch wie sich die da bei jeweils zu beachtenden technischen Standards und Sicherheitsregularien weiterentwickeln werden. Zur Vermeidung system - immanenter Risiken wie zum Beispiel einem unautorisierten Zugriff oder einer unbeabsichtigten Weitergabe von sensib - len Daten, die auf dem Mobiltelefon oder in einem sogenannten „Secure Element“ gespeichert wurden, könnte ein Datenpooling analog dem „PayPal-Prinzip“ die beste Lösung sein. Sicherer Umgang mit Daten Auch der sichere Umgang mit Daten muss gewährleistet und das Vertrauen der Kunden gewonnen werden. Während die Verbraucher, auch gemäß eigener Studienergebnisse, den Banken im Gegensatz zu beispielsweise Google & Co. noch am ehesten sensible Daten anvertrauen möchten, hielten sich diese lange Zeit wohl auch aufgrund der Negativ - erfahrungen mit der Geldkarte sehr bedeckt. Der mobile Zahlungsmittelmarkt ist daher noch immer sehr fragmentiert und von (zu vielen) Einzellösungen der zahlreichen Stakeholder geprägt. Nun gibt es in der Bankenlandschaft einen Zusammenschluss und mit der Mobile- Payment-Lösung „paydirekt“ zukünftig eine Alternative zu der im Internet führenden Zahlungsart PayPal. Gelingt nun (endlich) der Durchbruch? Eine marktreife „Mobile-Payment“- Lösung von „paydirekt“ ist derzeit noch nicht verfügbar. Sofern eine baldige flächendeckende Einsetzbarkeit möglich wird und der Zusammenschluss der deutschen Ban kenlandschaft dauerhaft bestehen bleibt, kann eine Marktetablierung von „ Mobile Payment“ gelingen. Zuletzt wurde diese Aussicht getrübt, nachdem mit Yapital und MyWallet zwei der in Deutschland bekanntesten „Mobile-Payment“-Lösungen ohne Angabe von Gründen eingestellt wurden. Nach diesen Erfahrungen ist eine schnelle Ablösung der Bargeldzahlung durch „Mobile Payment“ in den nächsten zehn Jahren nicht zu erwarten. Anders verhält es sich, wenn die von der EZB und einigen Ökonomen angeregte Option, Bargeld abzulösen, tatsächlich realisiert werden würde. Dies würde die Einführung deutlich beschleunigen. DIE AUTOREN Dr. Ludwig Hierl ist Inhaber einer Professur an der DHBW Heilbronn. Die Schwerpunkte der Forschungs-, Lehr- und Seminartätigkeiten des an der Universität Regensburg promovierten Diplom-Kaufmanns liegen insbesondere in den Bereichen Bilanzierung (HGB und IAS/IFRS), Controlling, Investition und Finanzierung sowie Managementlehre. Diplom-Kaufmann (FH) Stefan Mosig, B.A., ist seit 1992 als Business Coach, Manager und Interim-Manager international für Industrie- und Dienstleistungsunternehmen tätig. Strategie & Change, Existenzgründung und Sanierung bilden die Schwerpunkte seiner freiberuflichen Unternehmensberatung. Er doziert an der DHBW Heilbronn, der European Management School Mainz und der Cologne Business School. Das 2016 erschienene Buch der Autoren „Mobile Payment Bezahlen 4.0 – Hürden und Lösungsansätze für einen Durchbruch des mobilen Bezahlens am stationären Point-of-Sale (POS)“ ist im Tredition Verlag Hamburg erschienen. MAI 2016 w.news 29

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